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Pumpen im Park

von Armin Peter

In Deutschland fallen die Appelle von Forschern und Ärzten, zur Prävention von Krankheiten Sport zu treiben, auf immer fruchtbareren Boden. Der Markt für Fitness wächst rasant und bietet eine enorme Angebotsvielfalt. Derzeit sind rund acht Millionen Bundesbürger in Fitnessstudios angemeldet – ein neuer Rekord. Nicht nur Bodybuilder, sondern auch Durchschnittsbürger stürmen die Fitnessstudios. Und die decken eine immer größere Bandbreite ab. "Die 'Muckibude' hat die sozial schwächere Schicht und kaum Frauen angesprochen. Heute haben wir etwa 50 Prozent Frauen und 50 Prozent Männer in den Studios", sagt Lena Mikloss-Prior, Geschäftsstellenleiterin beim Deutschen Fitness und Aerobic Verband (DFAV). Das Gesundheitsbewusstsein der Bevölkerung ist deutlich gestiegen. Dies ergab eine Studie des Instituts für Demoskopie in Allensbach.

Bodybuilding heißt nicht automatisch Hochleistung

Auch für 2013 prognostizieren Experten von Deloitte und dem Arbeitgeberverband deutscher Fitness- und Gesundheits-Anlagen (DSSV) der Branche ein Wachstum von bis zu 5 Prozent. Ein Ende des Gesundheitstrends ist also erst einmal nicht in Sicht. Was in den Sechzigerjahren mit Bodybuilding im Stile Arnold Schwarzeneggers begann, ist zum Breitensport geworden. Oft wird im Sprachgebrauch eine Unterscheidung zwischen Fitness und Bodybuilding gemacht, die es so im Grunde nicht gibt. "Im ursprünglichen Sinne meint Bodybuilding nicht maximalen Muskelaufbau, sondern sich einen attraktiven und leistungsfähigen Körper anzutrainieren", sagt Dr. Heinz Kleinöder. Er lehrt am Institut für Trainingswissenschaft und Sportinformatik der Sporthochschule Köln und ist Experte für Leistungs- und Kraftsportarten. "Viele sehen Bodybuilding automatisch als Hochleistung, aber oft spielt in den Fitnessstudios auch grandioses Unwissen eine Rolle", so Kleinöder. "Wer zweimal die Woche trainiert, wird zwar Muskeln aufbauen, aber keinesfalls so aussehen wie Arnold Schwarzenegger."

"Outdoor Gym" setzt auf Körpergewicht statt Geräte

Bodybuilding ohne Studio? Auch das ist möglich. In einigen größeren deutschen Städten wie Hamburg, Dortmund und Köln haben sich sogenannte "Outdoor Gyms" etabliert. Das Prinzip ist denkbar einfach: Ein Trainer trifft sich mehrmals pro Woche mit einer Gruppe in Parks oder Wäldern, trainiert wird hauptsächlich mit dem eigenen Körpergewicht und ohne Geräte. "Wir wollen die Leute dafür sensibilisieren, dass man auch draußen ganz natürlich trainieren kann", sagt Fabian Gasde. Der 26-Jährige betreut die Gruppen des "Outdoor Gym" in Hamburg. Die Nachfrage steige konstant.

Aber natürlich gibt es auch weiterhin klassische Bodybuilder. Möglichst umfangreicher Muskelaufbau ist das Ziel: "Ich könnte mir nie vorstellen, als Strich in der Landschaft herumzulaufen", sagt Bodybuilder Adam Marecki. Für "ER" haben wir zwei völlig verschiedene Fitness-Ansätze getestet (siehe Video oben).




Man(n) trägt heute Sixpack statt Bierbauch: In Deutschland fallen die Appelle von Forschern und Ärzten, mehr Sport zu treiben, auf immer fruchtbareren Boden. Der Markt für Fitness wächst rasant und bietet eine enorme Angebotsvielfalt. Derzeit sind rund acht Millionen Bundesbürger in Fitnessstudios angemeldet – ein neuer Rekord. Warum das so ist und welche Sportarten am beliebtesten sind, lesen Sie hier: