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Papa, Baba, Père, Pedar

von Jan-Hendrik Hinzel

Rodion Wohlleben ist Landschaftsarchitekt und Vater von drei Söhnen im Alter von 11 und 15 Jahren sowie 9 Monaten. Für seinen jüngsten Sohn John hat der 44-Jährige Elternzeit genommen. Er findet es schwierig, sich bei der Erziehung mit seiner Frau auf gemeinsame Standards zu einigen – von der Sauberkeit zu Hause bis zur Qualität der eingekauften Lebensmittel.

Hasan Erkan, 55 Jahre und aus der Türkei, arbeitet als Sozialarbeiter in Hamburgs Stadtteil Kirchdorf Süd. Er rät allen Eltern, sich im Erziehungsstil nicht zu sehr zu unterscheiden. Sonst würden die Kinder nicht wissen, wem sie gehorchen sollen. Er denkt, dass er früher zu streng mit seiner mittlerweile erwachsenen Tochter war.

Mohammed Maamoun bedauert, nicht mehr Zeit mit seiner anderthalb Jahre alten Tochter Ava verbringen zu können. Der 31-jährige Ägypter hat erst vor ein paar Monaten seine neue Arbeit angetreten und kann dort nicht oft fehlen. „Ich versuche im Haushalt zu helfen, wo ich kann,“ sagt er. „Aber das Meiste bleibt leider an meiner Frau hängen.“

Nader Gholikhani findet, man muss als Mann versuchen, besser zu werden als der eigene Vater. Der 59-jährige Perser besitzt mit seiner Frau einen Friseursalon und eine Kosmetikpraxis. Die gemeinsame Tochter ist 29 Jahre alt und hat ihr Studium abgeschlossen. „Es ist schön zu sehen, wenn das eigene Kind Erfolg hat“, sagt Nader.

Samba Camara legt viel Wert auf Religion in der Erziehung. Der 42-jährige Senegalese ist gläubiger Muslim und sagt, Respekt sei ihm sehr wichtig. Das möchte er jedoch nicht mit Strenge gleichsetzen. Wichtiger für ihn: Liebe und Wärme weitergeben und die Kinder dazu bringen, Gutes zu tun.



Rupan Skandarupan wünscht sich, dass er schneller Deutsch gelernt hätte, als er vor 33 Jahren nach Deutschland kam. „Aber ich musste gleich anfangen zu arbeiten,“ sagt der Lieferant. Seine Söhne studieren beide Maschinenbau. Der 55-jährige Tamile ist stolz: „Sie haben immer viel gearbeitet. Wenn sie von der Schule nach Hause gekommen sind, haben sie stets gefragt, welche weiteren Aufgaben sie übernehmen können.“




Strenge in der Erziehung, Probleme bei der Rollenverteilung im Haus, Selbstzweifel und Wünsche für ihre Kinder: In diesem Magazintext erzählen die Väter ausführlich, was Vater sein für sie bedeutet. Außerdem: ein Interview mit Sozialarbeiterin Ute Grütter, die in einem Hamburger Migrantenviertel versucht, Väter für Erziehung zu gewinnen.